Zwei-Mann-Orchester

Fassung
Basel 2011


Das Zwei-Mann-Orchester im Museum Tinguely
Foto Ute Schendel

DVD-EDITION ZWEI-MANN-ORCHESTER

Zur Neuproduktion des ZWEI-MANN-ORCHESTERS mit Wilhelm Bruck und Matthias Würsch in Basel 2011 ist eine DVD erschienen. Sie dokumentiert den Bau- und Entwicklungsprozess der Orchestermaschine und die komplette Aufführung. 

Inhalt:
- ZWEI-MANN-ORCHESTER (72 min)
- ZWEI-MANN-LABOR  de/en/fr/es (19 min 30 sek)
- ZWEI-MANN-INTERVIEW  de/en/fr/es (16 min)
- Bonusmaterial

CHF 26,–
DVD, Pal 16:9, Dauer: 107 min 30 sek
[ISAN 0000-0002-D83F-0000-T-0000-0000-O]

Vertrieb:
Die DVD ist erhältlich bei
point de vue – www.pointdevue.ch
oder im
Museum Tinguely Shop – www.tinguely.ch



_______________________________________________________

Die DVD ist eine Kooperation von:
Paul Sacher Stiftung
point de vue
Fachhochschule Nordwestschweiz (Abteilung Forschung und Entwicklung der Hochschule für Musik / Elektronisches Studio der Hochschule für Musik / Institut Kunst der Hochschule für Gestaltung und Kunst).


Buchpublikation der Paul Sacher Stiftung:

Mauricio Kagel
Zwei-Mann-Orchester – Essays und Dokumente
hrsg. von Matthias Kassel

Mit Beiträgen von Martin Kirnbauer (Historisches Museum Basel/Musikmuseum), Michael Kunkel (Hochschule für Musik), Onno Mensink (Gemeentemuseum Den Haag), Andres Pardey (Museum Tinguely) und Matthias Kassel (Paul Sacher Stiftung) sowie einer Auswahl von Originaltexten und Dokumentabbildungen aus der Sammlung Mauricio Kagel der Paul Sacher Stiftung.

Basel: Schwabe 2011
136 Seiten, gebunden, zahlreiche Abbildungen
CHF 28.–/EUR 19,60
(ISBN 978-3-7965-2751-7)




_______________________________________________________


Foto Ute Schendel
 

ZWEI-MANN-ORCHESTER
Neue Fassung Basel 2011

Als «unselbständiges Automatophon» bezeichnete Mauricio Kagel (1931–2008) das ZWEI-MANN-ORCHESTER für zwei Ein-Mann-Orchester (1971–73), das zweifellos zu den merkwürdigsten und zugleich originellsten Stücken der neuen Musik zählt. Kagel und die Spieler Wilhelm Bruck und Theodor Ross überraschten das perplexe Publikum der Donaueschinger Musiktage bei der Uraufführung 1973 mit einer undurchschaubaren Klangmaschine monumentaler Größe, gefügt aus über 200 abgelegten, ramponierten, gar defekten Instrumenten und dysfunktionalen Klangerzeugern. Zum Klingen gebracht wurde sie von der kleinsten Besetzung, die noch Zusammenspiel erlaubt, mit Schnüren, Stangen, Hebeln und allerlei anderen Bewegungselementen. Das Orchester als traditionell zentraler Klangkörper des renommierten Festivals, in dessen Auftrag Kagel das Werk ausarbeitete, spiegelte sich selbst in einer zur klingenden Kunst gewordenen Karikatur.

In Basel wurde in einer Kooperation von Paul Sacher Stiftung, Hochschule für Musik und Museum Tinguely eine neue Fassung des ZWEI-MANN-ORCHESTERs realisiert. Dies ist, nach der Uraufführung und der zur Documenta IX 1992 realisierten zweiten Fassung, erst die dritte Ausarbeitung dieser Konzeptpartitur. Wilhelm Bruck, Spieler der ersten und der zweiten Fassung und Kagel-Interpret seit den 1960er Jahren, stellte sich dieser Herausforderung ein drittes Mal und hat zusammen mit Matthias Würsch, Professor für Schlagzeug an der Basler Musik-Akademie und international gefragter Multiinstrumentalist, eine neue Orchestermaschine gebaut und musikalisch ausgearbeitet.

Daneben veranschaulichte eine Ausstellung mit ausgewählten Dokumenten aus den Beständen der Sammlung Mauricio Kagel der Paul Sacher Stiftung die Genese und das Umfeld dieser ungewöhnlichen Komposition. Diese Dokumente finden sich, ergänzt durch weiteres Quellenmaterial, in dem zu den Aufführungen erschienenen Buch (siehe unten).

Die Entstehung der neuen Fassung wurde von einem Team aus Studierenden des Instituts Kunst der Hochschule für Gestaltung und Kunst, FHNW, begleitet. Die daraus entstandene Videodokumentation ermöglicht dem Museumspublikum nachträglich Einblicke in die Werkstatt der Interpreten.

Eine DVD-Publikation der Neufassung, zusammen mit der Videodokumentation aus der Entstehungsphase sowie weiterem Bonusmaterial ist für Juni/Juli 2011 geplant.


ZWEI-MANN-ORCHESTER
New version, Basel, 2011

ZWEI-MANN-ORCHESTER [Two-Man Orchestra] for two one-man orchestras (1971–73), described by its creator Mauricio Kagel (1931–2008) as an 'unautonomous automatophone', is surely one of the strangest yet most original pieces of contemporary music ever composed. When it was premièred at the Donaueschingen Festival in 1973, Kagel and his musicians, Wilhelm Bruck and Theodor Ross, surprised their mystified audience with a gigantic contraption pieced together from more than 200 broken, battered and discarded instruments and dysfunctional sound-generators. They were played with the aid of strings, rods, levers and all manner of other movable elements by the smallest combination of musicians capable of forming an ensemble. The traditional instrumental body of the renowned festival that had commissioned the work – the orchestra – was reflected in a caricature raised to the level of sound-art.

Now a new version of ZWEI-MANN-ORCHESTER was produced in Basel as part of a joint project involving the Paul Sacher Foundation, the Hochschule für Musik Basel and the Museum Tinguely. It marks the third rendering of this conceptual score following its world première and a second version produced at the Kassel Documenta IX in 1992. Wilhelm Bruck, who performed in both earlier versions and has played Kagel's music since the 1960s, now faces this challenge a third time, building and playing a new orchestral machine together with Matthias Würsch, a professor of percussion at the Basel Academy of Music and a multi-instrumentalist of international stature. There is also a small documentary exhibition from the holdings of the Sacher Foundations’ Mauricio Kagel Collection to shed light on the genesis and surroundings of this unusual piece.